Kirche Großdorbitz

Vom einstigen Reichtum der Gemeinde zeugt die Großdobritzer Kirche. Eine Kirche dieser Größe erwartet man nicht in einem Dorf. Für die 200-Seelen-Gemeinde wäre der kleine Vorgängerbau von 1729 völlig ausreichend. Aber der war - so berichtet der Chronist - am Ende so baufällig, dass er abgerissen werden musste.
In
den Jahren 1881/82 wurde die heutige Kirche
im neugotischen Stil unter Architekt Möckel gebaut.
Nicht nur wegen der großzügigen Dimensionierung ist sie
beeindruckend. Die Ausstattung ist vom Erbauer selbst entworfen und
verleiht dem Raum eine harmonische Ausstrahlung.
Besonders die Gestaltung des Chorraumes mit steinernem Altar, Kanzel
und Taufstein erzeugt diesen Eindruck. Wer sich das
schmückende Blattwerk hier und an den Kapitellen näher
ansieht, wird bemerken, wie lebendig differenziert die Arbeiten
ausgeführt wurden, die auf den ersten Blick ganz einheitlich wirken.
Durch einen Sturm im Herbst 2002 wurde die Spitze der Kirche zerstört, die bis heute fehlt.
Die Kirchgemeinde hat die Aufgabe, die durch das große Gotteshaus auf sie übergegangen ist, mit großer Selbstverständlichkeit angenommen. Dabei ist das Entscheidende gelungen: Sie hat ihre Kirche mit großer Spendenbereitschaft und viel praktischem Einsatz, teilweise unter Mithilfe des ganzen Dorfes, erhalten. So ist diese Kirche geblieben, was sie sein soll: Nicht Museum, sondern intakter Versammlungsort für die Gemeinde.

